Die zwei roten Stühle standen früh am Morgen vor der Schule. Heute war der 1. Mai. Die Straßen waren noch ruhig, nur vereinzelte Schritte und Stimmen waren zu hören.
„Heute gehen wir zum Karl-Marx-Monument“, sagte der erste Stuhl leise.
Der zweite nickte. „Heute geht es um uns. Um unsere Arbeit.“
Auf dem Weg dorthin waren sie stiller als sonst. Die Stadt wirkte anders – ernster, aber auch voller Erwartung. „Meinst du, die Menschen und Politiker wissen, wie wichtig unsere Arbeit ist?“, fragte der zweite Stuhl nachdenklich.
Der erste überlegte kurz. „Ich hoffe es. Aber manchmal habe ich das Gefühl, sie sehen nur das, was laut ist – und nicht das, was leise hilft.“
Der zweite Stuhl senkte kurz den Blick. „Dabei sind es oft genau die leisen Dinge, die den größten Unterschied machen.“
Vor dem großen Denkmal hatten sich schon viele Menschen versammelt. Sie hielten Schilder, sprachen miteinander oder hörten Reden zu. Die roten Stühle stellten sich ruhig dazu und schauten sich um.
„Wir sind für die Kinder da“, sagte der erste Stuhl leise. „Wir hören zu, helfen und passen auf. Jeden Tag.“
„Aber manchmal fühlt es sich so an, als würde das nicht genug gesehen werden“, ergänzte der zweite und sah zu den Menschen auf dem Platz.
Ein leichter Wind wehte über den Platz und ließ Fahnen und Schilder rascheln. Die Stühle rückten ein kleines Stück näher zusammen, als wollten sie sich gegenseitig Mut machen.
„Und trotzdem wird darüber gesprochen, Stellen zu kürzen“, sagte der erste leise.
Der zweite schüttelte leicht den Kopf. „Das passt nicht zusammen.“
„Nein“, sagte der erste. „Und genau deshalb sind wir heute hier.“
„Damit unsere Arbeit nicht vergessen wird“, antwortete der zweite. „Und damit klar wird, dass wir gebraucht werden.“
Rundherum wurde weiter gesprochen, diskutiert und zugehört. Manche Menschen nickten, als würden sie verstehen, andere gingen vorbei, ohne lange hinzuschauen.
Die roten Stühle blickten nach oben zum Denkmal und dachten nach: „Vielleicht hört jemand von den Politikern uns heute. Vielleicht sehen sie, wie wichtig Schulassistenten für die Kinder sind.“
Am Ende des Tages wurde es ruhiger auf dem Platz. Die Menschen gingen in verschiedene Richtungen zurück in die Stadt.
Die zwei roten Stühle machten sich ebenfalls auf den Rückweg zur Schule. Die Sonne stand schon tiefer, und lange Schatten lagen auf dem Weg.
„Ich hoffe, dass unsere Arbeit gesehen wird“, sagte der erste Stuhl nachdenklich.
„Und dass die Politiker verstehen: Die Kinder brauchen uns“, antwortete der zweite leise.
Sie gingen ein Stück schweigend nebeneinander her.
Dann sagte der erste: „Wir dürfen nicht aufhören, darauf aufmerksam zu machen.“
Der zweite nickte. „Nein. Denn das, was wir tun, ist wichtig.“
Vor der Schule blieben sie kurz stehen. Die vertrauten Mauern lagen ruhig im Abendlicht.
„Das dürfen wir nicht verlieren“, sagte der erste.
Der zweite sah zur Tür, hinter der morgen wieder Kinderstimmen zu hören sein würden. „Und vielleicht“, sagte er leise, „gibt es ja doch Hoffnung.“
Gemeinsam gingen sie hinein – bereit für einen neuen Tag, und entschlossen, weiter für das einzustehen, was zählt.
Wer möchte, kann am 1. Mai mit uns roten Stühlen mitkommen und gemeinsam ein Zeichen setzen. Wir wollen zeigen, wie wichtig Kinder, Bildung und Schulassistenzen sind – und dass niemand übersehen werden darf, der im Alltag leise, aber verlässlich unterstützt. Denn nur gemeinsam kann man dafür sorgen, dass jede Stimme gehört wird und jede Arbeit den Respekt bekommt, den sie verdient.
Wir treffen uns um 8:45 Uhr bei den roten Stühlen auf dem Platz vor unserem Schulhaus. Von dort aus gehen wir gemeinsam los und schließen uns der Veranstaltung an.
Alle sind willkommen, die mitdenken, mitgehen und mitgestalten möchten.